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Filzröhrling, Xerocomus
Die meist trockene, filzige Huthaut gibt der Gattung den Namen. Das griechische Wort xeròs
bedeutet trocken, kòme Haarschopf, also etwa «Trockenschopf». Diese Bezeichnung trifft
meistens, aber nicht immer zu. Im Alter und bei feuchter Witterung können einige Arten durchaus klebrig-schmierig werden. Die Pilze sind von mittlerer Grösse und erreichen nicht die riesigen Ausmasse von grossen Dickröhrlingen. Sie spriessen vom Sommer bis in den Herbst. Die Hutfarbe ist vorwiegend gelbbraun bis rotbraun, seltener sind Orangetöne oder sattes Blutrot. Die Röhren sind ausgebuchtet angewachsen bis etwas herablaufend, die Mündungen sind gelb bis etwas grüngelb.
Die Bestimmung eines Filzröhrlings besteht meistens in der Unterscheidung von Ziegenlippe (X. subtomentosus), Maronen- (X. badius) und Rotfussröhrling (X. chrysenteron). Der meist büschelig auftretende Schmarotzerröhrling verrät sich beim Pflücken. Er wächst immer auf Kartoffelbovisten. Die anderen Arten sind selten bis sehr selten. Sie sind sich z.T. sehr ähnlich und die Abgrenzung ist nicht einfach. Der Sandröhrling (Suillus variegatus) gehört in die Gattung der Schmierröhrlinge. Die trockene, filzige bis feinkörnige Huthaut führt aber oft erst einmal hierher. Seine feinen Röhrenmündungen sind, im Unterschied zu allen anderen aufgeführten Arten, schon jung olivbräunlich und nicht gelb.
Alle häufigen Filzröhrlinge sind Speisepilze. Der Schmarotzerröhrling (X. parasiticus) wird sowohl als ungeniessbar wie auch als essbar bewertet. Er wächst auf dem giftigen Kartoffelbovist, was ihn suspekt erscheinen lässt. Seltene Arten wie der Löwengelbe Röhrling (X. leonis) oder der Falsche Rotfussröhrling (X. truncatus) gelten als nicht oder nur vermutlich essbar. Wegen ihrer Seltenheit fallen sie als Speisepilze sowieso weg. Eine Verwechslung mit den häufigen, essbaren Arten, was sicher oft geschieht, kann kaum Folgen haben. Nach der Katastrophe von Tschernobyl ist der Maronenröhrling wegen seiner Anreicherung von Cäsium aufgefallen.
| Deutscher Name |
Botanischer Name |
Vorkommen |
Speisewert |
| Schwarzblauender Röhrling |
Boletus pulverulentus |
im Laub- und Nadelwald. |
essbar |
| Aprikosenfarbiger Filzröhrling |
Xerocomus armeniacus |
vor allem bei Eichen oder Edelkastanien. |
kein Speisepilz |
| Maronenröhrling |
Xerocomus badius |
im Nadelwald, selten im Laubwald. |
essbar |
| Echter Rotfussröhrling |
Xerocomus chrysenteron |
im Laub- und Nadelwald. |
essbar |
| Löwengelber Röhrling |
Xerocomus leonis |
vor allem bei Eichen oder Edelkastanien. |
kein Speisepilz |
| Schmarotzerröhrling |
Xerocomus parasiticus |
nur auf Kartoffelbovisten (Scleroderma citrinum) parasitierend. |
essbar |
| Stattlicher Rotfuss-Röhrling |
Xerocomus pruinatus |
im Laub- und Nadelwald. |
kein Speisepilz |
| Ziegenlippe |
Xerocomus subtomentosus |
im Laub- und Nadelwald. |
essbar |
| Dünnstieliger Rotfussröhrling |
Xerocomus truncatus |
unter Laubbäumen, vor allem Eichen. |
essbar |
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